Der Mansfeld kommt

Erinnerungen an Krieg und Frieden

Autor: Helmut Bollmann

 

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Das Grundstück

    Das war's! - Hier im Grünen, mit freiem Blick auf die weite Mainebene, auf Odenwald und Spessart, wollte er sein Haus bauen.

   Die Grundstückskaufverhandlungen zogen sich in die Länge. Acht Mark war der ortsübliche Preis für den Quadratmeter Grund und Boden. Der Bauer konnte sich nicht entschließen. "Kommen Sie in der nächsten Woche wieder. Ich muss mir das noch überlegen", vertröstete er jedes Mal, wenn Bolle auf seinem Hof mitten im Dorf auftauchte. Erst als Bolle von sich aus den Preis auf zehn Mark hochtrieb und entschlossen sagte: "Ich will 1.000 Quadratmeter und Sie bekommen 10.000 Mark bar auf die Hand", schlug er ein: "Morgen gehen wir zum Notar." Im übrigen redete er Bolle nun zu, doch gleich seinen ganzen Acker zu kaufen: 2.600 Quadratmeter für 25.000 Mark. Aber Bolle hatte kein Geld, zumindest nicht für ein solch großes Grundstück. Mit dem, was nach dem Landkauf übrig war, konnte er gerade noch den Keller hochziehen. Erst dann gab es Hypotheken.

   Das war 1960! - 1995 kostete ein Grundstück von gleicher Größe in Diedenbergen sage und schreibe 1,2 Millionen Mark. Hätte er doch ... manchmal könnte man sich in den Hintern beißen. Wenige Jahre später kaufte eine Wohnungsbaugesellschaft den gesamten Hang hinter Bolles Haus auf und errichteten straßenweise Reihenhäuser. Auch die gegenüberliegende Straßenseite wurde mit zweistöckigen Häusern bebaut - von Odenwald und Spessart, ja selbst von der Kirche ist nichts mehr zu sehen.

   

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